Leben hinter Glas
Depression zu haben ,bedeutet nicht einfach traurig zu sein.
Depression bedeuten für mich ,gefangen sein an einem Ort den keiner außer mir betreten kann.
Gefangen zu sein , zu spüren wie ich langsam und qualvoll an den eigenen Gedanken und Ängste ersticke.
Von ihnen zu Grunde gerichtet zu werden ,ohne die Chance das ich mich befreien kann.
Es kommt schleichend , umarmt mich von hinten.
Es fängt im Alltag an und endet in der Isolation des eigenem Selbst.
Zuerst verschwindet das Lachen , selbst ein lächeln wird zur Tortur.
Irgendwann wird selbst der stärkste Mensch von ihr in die Knie gezwungen und zum kleinen Kind,
welches die Hand nach seinen Eltern ausstreckt ,
nur um etwas Halt ,Liebe und Geborgenheit zu finden.
Die Gedanken verfinstern sich.
Selbst wenn die Sonne scheint ,verschließt man die Fenster.
Da das grelle Licht in den Augen brennt.
Alles wird grau und trist, der Schmerz erst psychisch ,wird physisch.
Man möchte sich befreien ,doch es geht nicht.
Sie hat viele kleine Helfer , die darauf achten das man ihr nicht entkommen kann.
Sie schleichen sich bei Nacht in die Gedanken, stiften Unruhe,
ziehen leise ihre Kreise die immer größer werden.
Nicht nur ich leide unter diesen Umständen, sondern auch mein Umfeld.
Bin nicht mehr erreichbar , ziehe mich komplett zurück.
Denn wer erwartet auf die Frage:“ wie geht es dir ?“ ,schon eine ehrliche Antwort
Oft war ich schon an diesem Ort und ich werde vermutlich noch oft dahin zurückkehren.
Doch wenn man es schafft sich aus dieser Hölle zu befreien ,
darf man erfahren wie schön das Leben ist.
Man lernt die kleinen Dinge im Leben anders zu schätzen, dankbarer zu sein.
Dennoch wünsche ich niemandem, dass er diese Erfahrung macht.
Wie es ist an diesem Ort gefangen zu sein.